Sunday, September 20, 2009

Schramberg plant “masturbationsfreie Schule”

Waffen- und drogenfreie Schulen dürften viele junge Deutsche bereits aus eigener Erfahrung kennen (zumindest in der Theorie; die Praxis sieht mitunter anders aus). Ein Gymnasium in Schramberg im Schwarzwald plant nun jedoch etwas Neues: Eine masturbationsfreie Schule.

Auslöser für die Bemühungen, die Freizeitgestaltung ihrer Schüler in dieser Form zu beeinflussen, sind, man ahnt es schon, die bekannt gewordenen Vergewaltigungen der vergangenen Jahre. Am Schramberger Gymnasium glaubt man, die Lösung für die Problematik gefunden zu haben: Besagte ” masturbationsfreie Schule” soll die Schüler dazu bringen, keine Selbstbefriedigung mehr auszuüben. Dies, so die Annahme der Verantwortlichen, würde das Aggressionspotential senken und das Risiko von Vergewaltigungen verringern.

“Auch wenn Masturbation nicht der Auslöser einer Vergewaltigung sei, sagte gestern der Schulleiter des Schramberger Gymnasium, Bernhard Dennig, sie würde aber einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass Jugendliche zu Vergewaltigern würden. Auch wenn es keinen monokausalen Zusammenhang gebe, dass exzessives Onanieren zu Gewalthandlungen führe, biete es möglichen Gewalttätern allerdings ein verqueres Handlungsmodell für eine scheinbare Lösung ihrer Probleme und Schwierigkeiten an, das sie erlernten - und gegebenenfalls in die Wirklichkeit umsetzten,” berichtet der Schwarzwälder Bote.

Konkret will man auf verschiedenen Wegen versuchen, das Ziel einer ” masturbationsfreien Schule” zu erreichen. So gründeten die Lehrer zunächst eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, Pläne zu entwickeln, “wie an der Schule der Übergang zu einem Verzicht auf Masturbation als Projekt möglich gemacht werden könne”. Man verfiel dabei zunächst auf eine Selbstverpflichtung von Lehrern und Schülern. Eltern und Lehrer, so heißt es, seien von der Idee sehr angetan gewesen und würden diese zukünftig engagiert unterstützen. Die Eltern sollen vor allem mit ihren Kindern ins Gespräch kommen und diesen Enthaltsamkeitskompetenz vermitteln. Dies ist ein Ansatz, den auch die “Gegenseite” beispielsweise mit Eltern-Onaniergruppen verfolgt - allerdings mit der Zielsetzung, Eltern die Hemmschwelle vor diesen autoerotischen Handlungen zu nehmen. In Schramberg geht es darum, dass die Eltern ihre Kinder überzeugen, mit derartigen Handlungen aufzuhören oder von Anfang an die Finger davon zu lassen.

Ziel der Kampagne ist es, “in der Schule ein Bewusstsein” zu schaffen, dass “Masturbation schädlich ist und deswegen auch geächtet werden sollte.” Man zeigt sich erstaunt über die Auffassung einiger Menschen, dass “solche Handlungen wie ein Naturereignis zu akzeptieren seien, gegen das keine Gegenwehr möglich sei”. Wenn der Gesetzgeber nicht reagiere, so Schulleiter Bernhard Dennig, sei es “moralisch dringend geboten, zu einer Praxis Nein zu sagen, die mit Vergewaltigungen ursprünglich im Zusammenhang stehe”.

Langfristig plant man neben der Selbstverpflichtung der eigenen Schüler einen Ring von Schulen mit ” masturbationsfreien Zonen” aufzubauen. Diese Schulen sollen sich ebenfalls öffentlich zu dieser Selbstverpflichtung bekennen und so ein Netzwerk aufbauen.

Zum Vergleich siehe auch:

http://www.gulli.com/news/games-schramberg-plant-2009-09-20/

Notes